Echte Hingucker und neue Blickwinkel

Nachhaltige Städte und Gemeinden
Nachhaltige Städte und Gemeinden

Mit dem jährlich ausgelobten Wuppertaler Fotopreis lenkt die Volksbank im Bergischen Land den Blick der Menschen vor Ort auf die mal offenkundigen und manchmal versteckten Schönheiten ihrer Region. Seit mittlerweile über zehn Jahren lädt sie dazu ein, neue Blickwinkel einzunehmen, genauer hinzuschauen und die Region mit offenen Augen zu betrachten. Das schärft die Sicht auf die Heimat, stärkt das Wir-Gefühl und passt perfekt zur Regionalbank. Zudem bringt dies jede Menge sehenswerte Ergebnisse hervor. Das kann sich sehen lassen. Und es wird vielfach gesehen.

Echte Hingucker und neue Blickwinkel

Als Daniele Pennetta vor dem Mural „Light and Temperance“ in einer schmalen Seitenstraße im Wuppertaler Stadtteil Sonnborn stehen bleibt, blickt er nicht sofort durch den Sucher seiner Kamera. Er schaut sich erst einmal das Wandbild des mexikanischen Künstlers Bache in Ruhe an, das sich über die gesamte Fassade eines Wohnhauses erstreckt. Eine ältere Frau ist zu sehen, umgeben von Pflanzen, Pilzen, Monden und Sternen. Auf dem Schoß hat sie eine Katze. Pennetta sucht einen guten Standort, während 50 Meter hinter ihm gerade die Schwebebahn über der Hauptstraße entlangfährt. Solche Orte, ein wenig abseits, unbekannt, sind es, die ihn seit Jahren faszinieren. Der gebürtige Wuppertaler findet es spannend, nach dem zu suchen, was auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist.

Versteckte Schönheiten

Daniele Pennetta ist Hobby-Fotograf, hauptberuflich arbeitet er als internationaler Einkäufer bei einem großen Lebensmittelkonzern in Köln. Seit 2017 nimmt er regelmäßig am Wuppertaler Fotopreis teil, den die Volksbank im Bergischen Land gemeinsam mit regionalen Partnern veranstaltet. Mehrfach wurden seine Bilder dabei ausgezeichnet. Für Daniele Pennetta ist das eine Motivation, nicht aber die einzige. „Ich bin in Wuppertal geboren und ich liebe meine Stadt“, sagt der 50-Jährige. „In Köln höre ich oft, Wuppertal sei grau oder habe nichts zu bieten. Aber eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Die Stadt hat unglaublich viel Natur, Architektur und Kultur. Und vor allem hat sie viele versteckte Schönheiten.“

Während Pennetta durch Sonnborn läuft, wird schnell deutlich, was er meint. Er bleibt vor Fassaden stehen, fotografiert Graffiti-Kunst, sucht ungewöhnliche Perspektiven auf Straßenzügen und richtet seine Kamera auf Details, die andere vermutlich übersehen würden. „Viele denken bei Wuppertal nur an die Schwebebahn oder den Zoo“, sagt er. „Dabei gibt es so viele tolle Gebäude, so viele interessante Orte und so viele Perspektiven, die kaum jemand kennt.“

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Stadt neu entdecken

Genau darum geht es auch beim Wuppertaler Fotopreis. Der Wettbewerb lädt Menschen dazu ein, ihre eigene Stadt neu zu entdecken. Nicht aus der Sicht eines Besuchers, sondern aus der Perspektive derjenigen, die hier leben, arbeiten und unterwegs sind. Bürgerinnen und Bürger fotografieren ihre Stadt und zeigen, was ihnen wichtig ist. Dabei entstehen Bilder, die oft weit über die bekannten Wahrzeichen hinausgehen.

Seit seiner Gründung im Jahr 2015, die neben der Volksbank die Wuppertaler Rundschau und das Druckhaus Schmidt, Ley + Wiegandt initiiert hat, hat sich der Wettbewerb zu einer festen Größe im Wuppertaler Kulturleben entwickelt. Jedes Jahr steht unter einem anderen Motto. Die Themen lenken den Blick auf unterschiedliche Facetten der Stadt und sorgen dafür, dass immer wieder neue Perspektiven entstehen. 2025 lautete das Thema zum Beispiel „Unsere Schwebebahn“. Die prämierten Bilder zeigten dabei längst nicht nur die berühmten Wagen auf ihrer Strecke. Einige Fotografen arbeiteten mit Spiegelungen in Fenstern oder Pfützen, andere inszenierten die Bahn bei Nacht oder in besonderen Wetterlagen. Manche Bilder griffen historische Geschichten der Stadt auf, andere zeigten überraschende Begegnungen zwischen Alltagsleben und Wahrzeichen.

Im Jahr 2026 dreht sich alles um die Architektur Wuppertals. Gesucht werden historische Fassaden ebenso wie moderne Bauwerke, Treppenanlagen, Denkmäler oder architektonische Details. Für Daniele Pennetta ist das ein Thema, das ihm besonders liegt. Architektur gehört zu seinen Lieblingsmotiven. Ebenso moderne Kirchen, urbane Räume und Orte, die viele Menschen übersehen.

Heute hat er Martin Bang, den Geschäftsführer der Wuppertal Marketing GmbH, der seit Beginn in der Jury des Wettbewerbs mitarbeitet, und Kristina Hellwig von der Volksbank im Bergischen Land mit auf seine Fotosafari genommen. Gemeinsam machen sich die drei auf den Weg zur St. Remigiuskirche in Sonnborn. Von außen wirkt der kreisrunde Bau, der im Jahr 1976 entstand, eher zurückhaltend. Daniele Pennetta fotografiert ihn von allen Seiten, sucht die besten Motive.

„Plötzlich sieht man Orte, die im Alltag oft untergehen.“

Für Martin Bang sind solche Orte ein gutes Beispiel dafür, warum der Fotopreis funktioniert. „Das Faszinierende für mich ist, dass ich die Stadt mit den Augen der Fotografen entdecke“, sagt der Marketing-Fachmann, der Jahr für Jahr Dutzende Einsendungen sichtet. Und jedes Mal entdeckt er dabei neue Seiten seiner Stadt. „Welche Blickwinkel sie haben, welche Perspektiven sie finden und welche Orte sie entdecken – das ist unglaublich spannend.“ Viele Menschen, so Bang, hätten eigentlich kein vollständiges Bild von Wuppertal. Sie kennen die bekannten Sehenswürdigkeiten, aber nicht unbedingt die Vielfalt der Stadt. „Mit dem Wettbewerb füllen wir ein Stück weit das Vakuum des Nichtwissens“, sagt er. „Plötzlich sieht man Orte, die man vorher nie wahrgenommen hat, Dinge werden sichtbar, die im Alltag oft untergehen.“

Während Daniele Pennetta die Kirche fotografiert, beobachtet Kristina Hellwig die Szene. Als Leiterin der Unternehmenskommunikation der Volksbank im Bergischen Land begleitet sie den Wettbewerb seit Jahren. Für die Bank ist der Fotopreis weit mehr als eine kulturelle Veranstaltung oder ein klassisches Sponsoringprojekt. „Als Volksbank sind wir in unserer Region verwurzelt“, sagt sie. „Beim Fotopreis erleben wir immer wieder, wie stark sich die Menschen mit ihrer Stadt identifizieren und wie viel Kreativität dabei sichtbar wird.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sichtbarkeit mit Wir-Gefühl

Die Idee hinter dem Wettbewerb passt gut zum Selbstverständnis einer Genossenschaftsbank, die zum Beispiel Vereine fördert, kulturelle Projekte unterstützt und sich dort engagiert, wo Menschen zusammenkommen, erklärt Kristina Hellwig. Der Fotopreis ist dabei eine besondere Form dieses Engagements. „Der Fotopreis macht die Stadt sichtbar“, sagt Hellwig. „Und er stärkt das Wir-Gefühl.“ Gerade dieser Gemeinschaftsgedanke spielt für die Volksbank eine wichtige Rolle. Die Bilder verschwinden nicht in privaten Fotoalben. Die Siegeraufnahmen werden großformatig im Hauptbahnhof ausgestellt, wo täglich Tausende Menschen vorbeikommen. Später erscheinen sie im Kalender des Fotopreises und werden über verschiedene Kanäle veröffentlicht. Für Daniele Pennetta ist die Ausstellung im Bahnhof besonders wichtig. „Da laufen jeden Tag so viele Menschen vorbei“, sagt er. „Viele bleiben stehen und schauen sich die Bilder an. Das gefällt mir gut.“

Als die Gruppe die St. Remigiuskirche wieder verlässt und hinunter zur Hauptstraße läuft, fährt dort erneut die Schwebebahn vorbei. Pennetta schaut kurz hinüber, dann richtet er seine Kamera wieder auf ein Detail am Rand der Straße. Auch wenn die Schwebebahn vermutlich immer das bekannteste Symbol Wuppertals bleiben wird, zeigt der Wuppertaler Fotopreis, dass die Stadt deutlich mehr zu bieten hat: Street Art und Gründerzeitfassaden, moderne Architektur und Industriegeschichte, Parks und Wälder, versteckte Orte und überraschende Perspektiven. Und genau deswegen zieht Daniele Pennetta auch nach all den Jahren noch immer mit seiner Kamera durch Wuppertal – auf der Suche nach dem nächsten Motiv, das vielen bislang verborgen geblieben ist.